Über 60 Jahre Engagement für Schwalbach

Die Chronik des Verschönerungs-Vereins

Beim Studium des Stadtarchivs aus Anlass der 1200-Jahrfeier (1981), stieß man auf Statuten eines „Verschönerungs-Vereins Schwalbach", der im Jahr 1922 gegründet wurde. Im § 1 heißt es, dass der Verein die Unterstützung der Gemeinde bei der Erhaltung der vorhandenen Anlagen, des Kriegs-Gedenksteines, der Gefallenen-Gedächtniskapelle usw. bezweckt. Über das Wirken des Verschönerungs-Vereins wurde nur ein Eintrag in der Schulchronik von 1934/35 gefunden. Dort steht in 7 handschriftlichen Zeilen: „Am 6. April wurden von dem Verschönerungs-Verein Schwalbach zur Zierde des vorderen Schulhofes 5 Kugelakazien angepflanzt. Zwecks Beschattung des hinteren Schulhofes pflanzte der gleiche Verein 5 Linden an. Um beide Anpflanzungen hat sich besonders der Vorsitzende des Verschönerungs-Vereins Herr Johann Henninger verdient gemacht". Die Rede ist vom alten Schulgebäude in der Schulstraße. Die damals gepflanzten Bäume stehen teilweise noch heute.

Die vom Verschönerungs-Verein seit seiner Gründung verfolgten Projekte werden chronologisch aufgeführt. Es handelt sich nicht nur um eigene Vorhaben, sondern auch um Vorschläge des Vereins, die von der Stadt aufgegriffen wurden. Manches was vom Verein geschaffen wurde, war nicht von Dauer. Anderem haben Vandalen zugesetzt. Die nachfolgende Chronik zeigt jedoch, dass der Verschönerungs-Verein bleibende Spuren in Schwalbach hinterlassen hat.

Die Erfolge, die der Verschönerungs-Verein im Laufe der Jahre erzielen konnte, beruhen nicht nur auf dem Engagement und den finanziellen Beiträgen seiner Mitglieder, sondern auch auf der Unterstützung durch weite Kreise der Bevölkerung, einheimische Firmen, die Stadtverordneten und den Magistrat.

Gründung und 60er-Jahre

26. Februar 1962

Gründungsversammlung, 13 Teilnehmer und Teilnehmerinnen

 

Wahl von Heinz Mewes zum ersten Vorsitzenden

 

Weitere Vorsitzende waren: 

  • Karl Stroh(1968-1971)
  • Dr. Hanns Peters (1971-1983)
  • Dr. Erich Schanze (1983-1986)
  • Paul Regenbrecht (1986-1988)
  • Hannelore Greis (1988-1997)
  • Dr. Albrecht von Kienlin (1997-2006)
  • Dipl.-Ing. Architekt Dieter M. Kunze (seit 2006)

19. März 1962

Erste Vorstandssitzung

28. Mai 1962

Verabschiedung der Satzung

27. Juni 1964

Einweihung der Eichendorffanlage

 

In den Folgejahren finden dort Platzkonzerte statt

1965

Bau der Rollschuhbahn zwischen Ring- und Altkönigstraße 

1966

Anlage einer Grünfläche auf dem Platz an der Meisenstraße

 

Erster Blumenschmuck-Wettbewerb, Motto „Schmückt Fenster, Balkone und Vorgärten mit Blumen“. Weitere Wettbewerbe folgen in den nächsten Jahren.

1968

Bepflanzung der Kastanienallee 

1969

Blumen und Fotowettbewerb: „Schwalbach in Blumen“

70er-Jahre

1973

Einweihung einer Grillstation auf einer Lichtung im Stadtwald. Sie wird später in die Nähe des Sportplatzes verlegt wegen Waldbrandrisikos

1977

Wettbewerb für die beste Fassadengestaltung, Motto: „Neuer Glanz für alte Häuser“.

Engagement für die Erhaltung der baulichen Struktur im alten Ortskern, insbesondere des Fachwerks.

Maßgebliche Beteiligung an der Erstellung einer Denkmalliste auf Basis von Thermovisions-Aufnahmen. Diese Aktion ist Anlass für viele Renovierungen (z.B. Gasthaus „Zum Schwanen“)
 

Beteiligung an einer Baumpflanzaktion entlang des Mittelwegs

1978

Initiative des Vereins zur Sanierung der Alten Kapelle, die wegen Bodensetzungen einsturzgefährdet ist. Instandsetzungsvorschläge mit Kostenschätzungen.

 

Spendenaufruf in der Presse unter dem Motto „Rettet die Alte Kapelle“. Startkapital in Höhe von 4.000 DM aus Mitteln des Vereins 

Erweiterung der Eichendorffanlage nach Norden 

 

Anlage eines Ruhe- u. Aussichtsplatzes mit Pergola, Tischen, Bänken und Kinderspielplatz

1979

Schwalbach muss eine Stadt im Grünen bleiben“
 

Zwei Denkschriften gegen eine weitere Flächenbebauung in Schwalbach

 

Initiative gegen den beabsichtigten Abriss des Meierhofes hinter dem historischen Rathaus. Die Stadt hat für den Abriss 50.000 DM im Haushalt bereitgestellt

80er-Jahre

1980

Übergabe der außen und innen im Original neugotischen Stil renovierten Alten Kapelle zur ökumenischen Nutzung. Die Kosten in Höhe von 50.000 DM werden zu 60% durch den Erlös des Spendenaufrufs des Vereins abgedeckt. Den Rest bringen Stadt und Pfarrgemeinde auf.

 

Erstmals Adventssingen von Schülerinnen und Schülern der Geschwister-Scholl-Schule in der Alten Kapelle

1981

Einweihung des vom Verein anlässlich der 1200-Jahrfeier gestifteten Replikats des in Schwalbach gefundenen römischen ›Viergöttersteins‹

1982

Pflanzung von 60 Bäumen entlang der Sulzbacher Straße 
 

Schließung von Baumlücken in der 1968 gepflanzten Kastanienallee

Bepflanzung der Böschung entlang der Limesspange

1983

Erstes Eichendorffweiher-Fest 

Gemeinsam mit dem Taunusklub Markierung der Wanderwege von Schwalbach zum Taunus nach Süden und am S-Bahnhof und an der Alten Kapelle Aufstellung von Wandertafeln
 

Sicherung des alten Baumbestands im ursprünglichen Garten der Gastwirtschaft ›Mutter Krauss‹, der einem Bauprojekt geopfert werden sollte

1984

1985

1986

Eichendorffweiher-Fest mit Einweihung des vom Verein gestifteten Eichendorff-Gedenksteins. 

1987

Feier im Bürgerhaus zum 25-jährigen Bestehen des Vereins

 

Veröffentlichung einer Jubiläumsschrift 

90er-Jahre

1991

Eichendorffweiher-Fest zur Einweihung des von der Stadt nach einer vom Verein finanzierten Studie „Teich-Sanierung und Neubepflanzung Eichendorffanlage“ sanierten Teiches; die Neubepflanzung wird vom Verein bezuschusst.

1992

Eichendorffweiher-Fest anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Vereins

1993

Bezuschussung des Projekts „Biotop-Kartierung“ in Höhe von 3.000 DM

Initiative des Vereins zur erneuten Sanierung der Alten Kapelle. Zuschuss von 10.000 DM aus Eigenmitteln als Anstoßfinanzierung. Die Kosten der Restaurierung betragen 155.000 DM, 48% davon werden durch den Spendenaufruf des Vereins (private und Firmenspenden) und Eigenmittel abgedeckt. Der Rest wird von der Stadt, der Kirchengemeinde St. Pankratius und dem Denkmalamt des Main-Taunus-Kreises finanziert.

1994

Anbringung einer Informationstafel am Zusammenfluss Waldbach und Sauerbornsbach, dem Ursprung des Schwalbachs

Erstmals Aufstellung von fünf Ruhebänken im Stadtgebiet; diese Initiative wird eine Daueraufgabe des Vereins werden

1995

1996

1997

Auf Initiative des Vereins wird der östliche Bachweg von Sulzbach nach Kronberg vom Umlandverband Frankfurt zu einem „Korridor“ des Regionalparkprojektes aufgewertet

1998

Spendenaufruf zur erneuten Sanierung der Alten Kapelle

1999

Abschluss der Außensanierung der Alten Kapelle

1990

Erhalt von Bäumen, die im Bachgebiet gefällt werden sollten 

2000er-Jahre

2000

Abschluss der Innensanierung der Alten Kapelle

2001

Aufstellung von 18 erhaltenswerten Grabmalen auf dem Alten Friedhof, sieben davon werden vom Verein restauriert

Spende eines neuen Replikats des Viergöttersteins, da das alte Replikat witterungsgeschädigt ist

 

Herausgabe der Broschüre „Schwalbach erleben“ anlässlich des 40-jährigen Vereinsjubiläums 
 

Teilnahme am Weihnachtsmarkt

Finanzierung einer Rutsche für den Kindergarten Am Park
 

Teilnahme am Aktionsprogramm „KOMMUNALE AGENDA 21“ 

Übergabe von sieben gestifteten bronzenen Informationstafeln an die Stadt zur Anbringung an historische Schwalbacher Gebäude

1995

2002

2003

2004

Anbringung von Stadtplänen mit Wanderwegen des Taunusklubs in Schaukästen am Bahnhof und neben der Alten Kapelle

 

Finanzierung der 18 Kugeleschen als Ersatz für achtzig Jahre alte, kranke Robinien auf der sog. „Baumallee“, die zum Ehrenmal und den Gedenktafeln der im ersten und zweiten Weltkrieg gefallenen Schwalbacher führt

2005

Anbringung von vier bronzenen Informationstafeln am Viergötterstein

 

Errichtung einer Informationsstele am Eingang der Burgstraße mit dem bronzenen Relief der ehemaligen Schwalbacher Burg

 

Anpflanzung einer Anlage um das Wegekreuz oberhalb der Eichendorffanlage 

 

Beauftragung der „Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal“ mit einem Gutachten für den Alten Friedhof. Darin werden 22 weitere erhaltenswerte, noch auf Gräbern stehende Grabmale dokumentiert.

Reinigung alter Grabsteine auf dem Alten Friedhof durch Mitglieder des Vereins 

 

Beitritt zum Förderverein ›Arboretum‹. 

 

Aufstellung eines Granitkreuzes auf dem Waldfriedhof, das zu 60% durch Spenden finanziert wurde 

2006

Finanzierung der Instandsetzung sieben umsturzgefährdeter „erhaltenswerter Grabmale“ auf dem Alten Friedhof

 

2. überarbeitete Auflage der Broschüre „Schwalbach erleben“ 

2008

Initiierung einer großen Spendenaktion zur Pflanzung weiterer Bäume zur Ergänzung der Kastanien- und Nussbaumalle

 

Umbenennung des Mittelwegs der Wohnstadt Limes nach ihrem Planer, dem Architekten Prof. Dr.-Ing. Hans Bernhard Reichow auf Anregung des Vereins.

(Im Jahr 2023 erfolgte auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung die erneute Umbenennung in Mittelweg wegen der Verstrickungen des Architekten in den Nationalsozialismus)
 

Eichendorffweiher-Fest unter erstmaliger Beteiligung der Kulturkreis GmbH, des Sportvereins der Hundefreunde, der zugleich sein 75. Jubiläum feiert, und der Ortsgruppe des VdK.

2009

Präsentation der vom Vorsitzenden des Vereins gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern konzipierten Ausstellung und des Buches „50 Jahre Wohnstadt am Limes“ 

2010

Beginn der gestalterischen Aufwertung des Alten Friedhofs 
 

Umgestaltung des Rollschuhplatzes nach Vorschlägen des Kinderparlaments unter Einbeziehung des Vereins 
 

Neugestaltung des Schildes „Cölnische Hohe Heer- und Geleitstrasse“ gemeinsam mit dem Stadtarchivar. Von den drei neuen Schildern wird das im Stadtwald vom Verein finanziert. 

2010er-Jahre

2011

Übergabe der Vereinsunterlagen an das Stadtarchiv
 

Mitwirkung des Vorsitzenden in der Jury zur Prämierung des schönsten Marktstandes auf dem Weihnachtsmarkt. (Die Prämierung des schönsten Standes auf dem jährlich stattfindenden Weihnachtsmarkt findet letztmalig im Jahr 2022 statt.) 

2012

Anlässlich des 50jährigen Bestehens des Vereins Aufstellung der von der Künstlerin Carin Grudda gestalteten und vom Verein bezahlten Bronzefigur „Große Frau“ auf dem Platz vor der Alten Schule und Übergabe des Kunstwerks an die Stadt als Dauerleihgabe des Vereins 

 

Gemeinsam mit der Galerie Elzenheimer werden mehrere Kinder-Kunstwerkstätten unter fachlich-didaktischer Begleitung durchgeführt, an der Schwalbacher und Sulzbacher Kindergärten und Schwalbacher Schulen teilnehmen. Die Ergebnisse werden im ehemaligen „Schleckerladen“ ausgestellt und die von einer Jury ausgewählten Arbeiten mit Preisen ausgezeichnet

Von der Künstlerin Wanda Pratschke wird die Bronzearbeit „Der Traum“ erworben und am Mittelweg aufgestellt
 

Der Vorsitzende hält einen gut besuchten Vortrag über Eduard Zais’Schulhaus in Schwalbach. Die erweiterte Fassung des Vortrages erscheint im Jahrbuch 2015 des Main-Taunus-Kreises

Zum Abschluss der denkmalpflegerischen Erneuerung des Alten Schulhauses wird anlässlich des Lindenblütenfestes des Hausfrauenbundes eine Gedenktafel mit Angaben zum Architekten Eduard Zais im Haus angebracht

 

Für die Neugestaltung des unteren Marktplatzes wird eine Analyse der baulichen Mängel erarbeitet und den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung und dem Magistrat vorgelegt

 

Erneuerung der Inschrift auf dem Gedenkstein für den Dichter Joseph von Eichendorff

1985

2013

Pflanzung von 800 Krokussen im Eichendorffweiher-Park 
 

Nach längerer Pause wieder Teilnahme am Weihnachtsmarkt. Im ehemaligen „Schleckerladen“ in der Schulstraße Ausstellung des Fotokreises Schwalbach e.V. „Blick-Kontakte und Fotografien von der Aufstellung der Skulptur „Große Frau“.

 

In Zusammenarbeit mit dem Taunusclub werden zwei Wanderwege vom Verschönerungsvereins beschildert und gepflegt

2014

Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Avrille Pflanzung der von der Partnerstadt Avrille geschenkten Rosenstöcke im Europapark
 

Teilnahme an der Bürgerwerkstatt „Neugestaltung des unteren Marktplatzes“

2015

2016

Kinderkunst am Weiher

2017

Vortragsveranstaltung mit Dipl.-Ing Dagmar Kuhle, Kassel, über den Alten Friedhof mit dem Ziel der Erhaltung der wertvollen Grabanlagen sowie der Möglichkeit neuer Formen der Urnenbestattung in einem parkartigen Umfeld. Der Alte Friedhof soll unter Beibehaltung seiner historischen Struktur eine Kombination von Friedhofsmuseum und Parknatur anstreben

Beteiligung an der Diskussion über die Sanierung des Reichow-Weges, infolgedessen der Fußweg stark verschmälert werden sollte 

 

Restaurierung und Reinigung des Viergöttersteins
 

Mitarbeit in der von der Stadt eingerichteten Projektgruppe „Neugestaltung des unteren Marktplatzes“. Von einem Planungsbüro werden zusammen mit der Projektgruppe sechs Varianten entwickelt und dem Magistrat übergeben

2018

Für den Alten Friedhof wird eine Regelung gefunden, die der Erhaltung der im Gutachten genannten Gräber dienen soll. Die ersten abgelaufenen, wertvollen Gräber werden entsprechend erhalten. Außerdem werden die Sandsteinpfeiler am alten Eingang überarbeitet. Bei der Neugestaltung der Altkönigstraße wird der Eingangsbereich vergrößert und die provisorischen Parkplätze werden neu geordnet
 

Gemeinsam mit der Stadt wird ein Kunstspaziergang organisiert. Die Kunsthistorikerin Esther Walldorf erläutert die im Stadtgebiet befindlichen Kunstwerke

2019

Am Tag des offenen Denkmals (Thema: „Umbrüche in Kunst und Architektur“) Rundgang durch die Nebenerwerbssiedlung
 

Feierliche Einweihung der Skulptur "Schwalbacher Reiter" des Künstlers Eberhard Szejstecki und sehr erfolgreiche Spendenaktion im Rahmen eines Sommerfestes

2020er-Jahre

2020

Gemeinsam mit der Künstlerin Wanda Pratschke wird entschieden, die Figur „Traum“ in die Eichendorff-Anlage zu versetzen, da dieser Standort für geeigneter erachtet wird 

 

Der Vorstand setzt sich überzeugend für den Standort der Figurengruppe des Künstlers Willi Schmidt auf dem neuzugestaltenden unteren Marktplatz ein und erreicht, dass die Figurengruppe nicht in den Europa-Park versetzt wird

 

Die Spendenaktion für die durch Vandalismus beschädigte Marienfigur in der Alten Kapelle erbringt 7.000 Euro, womit die Kosten für die Restauration gedeckt werden können


 

 

Bis zum Jahr 2023 finden aufgrund der Corona Pandemie keine Veranstaltungen oder Aktionen statt

2023

Einweihung des vom Verein anlässlich der 1200-Jahrfeier gestifteten Replikats des in Schwalbach gefundenen römischen ›Viergöttersteins‹

Nachgeholte 60-Jahr-Feier des Vereins
 

Aufstellung der Skulpturen „Blau Miau“ unterhalb des Alten Friedhofes und „Kleiner König, verliebt“ im Eichendorff-Anlage der Künstlerin Carin Grudda. Eine zum Zweck der Finanzierung der Kunstwerke durchgeführte „amerikanische Versteigerung“ erbringt Einnahmen in Höhe von ca. 800 Euro

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